Mit seiner Anlage am Berliner Wannsee schuf Max Liebermann einen Ort, dessen Bedeutung in der Kunstgeschichte dem legendären Garten Claude Monets in Giverny gleichkommt. Wie bei seinem berühmten Malerkollegen in Frankreich diente ihm dieser Rückzugsort zur Erholung und als unerschöpfliche Motivquelle, die ihn ständig zu neuen grandiosen Bildern anregte. In enger Zusammenarbeit mit Liebermann plante der Berliner Architekt Paul Baumgarten das Haus und bei der Gartengestaltung half Alfred Lichtwark, Direktor der Hamburger Kunsthalle und Freund des Malers. Das Haus trennt den Garten in zwei Teile, wobei die Straßenseite die geometrischen Formen die strenge Anlage eines Barockgartens nachspüren, während der dem See zugewandte Teil in englischer Manier als Landschaftsgarten angelegt wurde. Von diesem vorderen Teil malte Liebermann 1930 seinen »Blick auf den Eingang des Landhauses mit Blumenstauden am Gärtnerhaus«. Es zeigt den sonnenbefleckten Weg, der auf die Fassade der Villa zuführt, im Sommer. Die nach Pflanzhöhe gestaffelten Blumenbeete stehen in voller Blüte, alles überragt der hoch aufgeschossene Rittersporn. Die Rückseite des Hauses gibt eine Spätsommerimpression wieder. Das Laub der zum See führende kleine Birkenallee am rechten Grundstücksrand zeigt bereits einen zartgelben Unterton und fügt so den unendlich vielfältigen Grünvarianten eine andere Note hinzu. »Blumenstauden im Wannseegarten« bringt die ganze Blumenpracht des Sommers zur Geltung. 1919 entsteht die Komposition aus Sonnenhut, Ringelblumen und Klatschmohn in der Mittagssonne, gemalt vor dem Hintergrund der das Grundstück säumenden Lindenbäume. Aus den über zweihundert Studien und Gemälden, die über die Jahre am Wannsee entstanden, wählte man die 20 schönsten aus und verpackte sie in einer edel matt schimmernden Dose. Diese erlesene Sammlung vermittelt anschaulich den duftig heiteren Charme dieses Gartenkleinodes.